Reservisten bei den Heeresfliegern in Niederstetten

Höhepunkt der diesjährigen Arbeit der RK Lanzenhain war ein Besuch bei den Heeresfliegern in Niederstetten in Baden-Württemberg. Im Fokus stand hier das Transporthubschrauberregiment 30 mit seinem allwetter- und nachtflugtauglichen Mehrzweckhubschrauber NH 90, der die jahrelang im Einsatz befindliche Bell UH-1D abgelöst hat.

Projektleiter vor Ort war Oberfeldwebel Alexander Jäger (Lauterbach), der auch Mitglied der RK ist. Er wies die Reservisten in die Aufgaben und Gliederung des Regimentes ein. Der NH 90 ist der Transporthubschrauber des Deutschen Heeres. Er wird schwerpunktmäßig für den Personen- und Materialtransport eingesetzt, für den Verwundetentransport, den Transport von Spezialkräften, aber auch in der Feuerlösch- und Katastrophenhilfe. Die Helikopter des Regiments waren in Afghanistan und Mali im Einsatz und zuletzt  bei einem Feuerlöscheinsatz in der Sächsischen Schweiz.

Für diese Aufträge hat das Regiment neben dem Stabszug und der 1. Staffel, zwei  fliegende und drei technische Staffeln sowie eine Einsatzgruppe mit dem leichten Unterstützungshubschrauber (LUH), auf Basis des Airbus H145 für den Such- und Rettungsdienstes der Bundeswehr (SAR Search and Rescue).

Nach dem Briefing erhielten die 26 Reservisten der Kameradschaften Lanzenhain, Lautertal, Maar und Eiterfeld in zwei Gruppen nähere Einweisungen von Oberfeldwebel Jäger über die Ausrüstung „Retten und Sicherheit“ der Hubschrauberbesatzungen. Oberfeldwebel (w) Schomburg stellte auf der zweiten Station den Transporthubschrauber vor. Abschluss der Einweisung in den Hallen auf dem Flugfeldgelände war die Vorstellung des LUH SAR H145 durch Luftrettungsmeister Stabsfeldwebel Melinda Schuberth und Pilot Hauptmann Michael Wilkowski. Die Hubschrauber und Besatzungen des SAR Search and Rescue Land kommen ausnahmslos vom Transporthubschrauberregiment 30 des Heeres in Niederstetten. Mit seiner 7. Staffel besetzt das Regiment die SAR Kommandos in Niederstetten, Nörvenich (NRW) und in Holzdorf (Brandenburg). Hauptauftrag der SAR-Besatzungen ist es, vermisste oder abgestürzte Luftfahrzeuge zu suchen und verunglückte Besatzungen und Passagiere zu retten.

Die Angehörigen dieser Einheit sind durch einen besonderen Geist verbunden. Schichtdienst, komplexe und riskante Einsätze, ständige volle Einsatzbereitschaft und die Verantwortung für die Rettung von Menschenleben stehen im Lastenheft jeden Tages. Die Einsatzzentrale insgesamt ist in Münster, ihr sind auch SAR Search and Rescue Wasser in Helgoland und Warnemünde angeschlossen.

Abschluss des Truppenbesuches war ein gemütliches Beisammensein mit einem regen Erfahrungsaustausch in dem Gebäude der 5. Staffel mit Staffelkapitän Major Simon, Hauptfeldwebel Glausch und Stabsunteroffizier Krämer.

Die Gruppe vor dem SAR Hl15xl; Text und Foto Dieter Graulich

Bei den jeweiligen Stationen gab es als Dankeschön Präsente in Form Vogelsberger Spezialitäten für die jeweiligen Leitenden. Der Gesamtleitende der Ausbildungsfahrt, Oberst der Reserve Willi Dechert, hatte bereits auf der Hinfahrt die Teilnehmer über die Heeresfliegertruppe und das Niederstettener Regiment informiert. 

Mehrere Ehrungen bei den Lanzenhainer Reservisten

Wieder Veranstaltungen durch Lockerungen bei Corona Pandemie

Lanzenhain. In der Jahreshauptversammlung der Reservistenkameradschaft (RK) Lanzenhain wird stets der „Reservist des Jahres“ geehrt. Diesmal waren es mit dem Unteroffizier der Reserve (d. R.) Kurt Zimmermann und dem Obergefreiten d.R. Georg Amerschläger gleich zwei Mitglieder, die für  die vielen Teilnahmen an Veranstaltungen sowie die besonderen Leistungen geehrt wurden und Präsente bekamen. RK-Vorsitzender Hauptgefreiter d.R. Stefan Dietz überreichte Ehrenurkunden für vorbildlich Leistungen an Oberfeldwebel d.R. Albrecht Lipp, Hauptmann a.D. Jürgen Plasse und Stabsunteroffizier/ Feldwebelanwärter Moritz Schönhals.

Dietz wurde vom ersten Stellvertretenden Vorsitzenden der Kreisgruppe Oberhessen, Fähnrich d.R. Gernot Schobert,  für zehn-jährige Mitgliedschaft geehrt. Schobert wies in seinem Grußwort auf die Kreisdelegiertenversammlung am 4. Juni in Groß-Felda hin und bat um rege Teilnahme, da an diesem Termin ein neuer Kreisvorstand gewählt werde. Werbung machte er auch für die militärhistorische Exkursion der Kreiskruppe Oberhessen vom 1. bis 7. Oktober an den Gardasee. Zuvor finde vom 16. bis 18. September im Raum Feldatal die Militärpatrouille der Kreisgruppe statt.

Vorsitzender Dietz stellte in Aussicht, dass die RK Lanzenhain in diesem Jahr erneut daran teilnehmen und auf jedem Fall Funktionspersonal stellen werde.

Für dieses Jahr stehe noch die Teilnahme an der 50-Jahr-Feier der Landfrauen Lanzenhain Mitte Juli, eine Wanderung im September, die Teilnahme am Infostand/Aktionsfläche Reserve bei der Herbstmesse Alsfeld vom 6. bis 11. November und am Volkstrauertag fest. RK-Abende sind am 30. Juni beziehungsweise am 14. Juli geplant. Noch nicht sicher ist der Termin für das Beutelchesessen, da hier eine Überschneidung mit der Herbstmesse in Alsfeld gibt.

Auf dem Programm für dieses Jahr steht außerdem ein Truppenbesuch beim Transporthubschrauberregiment in Niederstetten (Baden-Württemberg) und eine Vortragsveranstaltung mit Einsatzbericht aus Mali.

Zu Beginn der Hauptversammlung im Sportheim hatte Vorsitzender Dietz die Aktivitäten des Vorjahres skizziert, deren Höhepunkt der von Oberst d.R. Willi Dechert organisierte Ausflug nach Hammelburg mit Infanterieschule, Ortskampfbahn Bonnland, die Teilnahme beim Schießen mit Spezialmunition und eine Führung durch das Infanteriemuseum war. Weitere Veranstaltungen waren: Teilnahme „Wachsamer Keiler“, Schützenschnur- und Pokalschießen in Stadtallendorf, Beutelchesessen, Familienwanderung und am Volkstrauertag.           Dieter Graulich

Fähnrich d.R Gernot Schobert mit den geehrten Mitgliedern HG d.R. Stefan Dietz, Uffz d.R. Kurt Zimmermann, OG d.R. Georg Amerschläger, OFw d.R. Albrecht Lipp, Hauptmann a.D. Jürgen Plasse, Stuffz FA Moritz Schönhals. (von links). Bild: Graulich

Lanzenhainer Reservisten auf Militärhistorischer Exkursion

Infanterieschule Hammelburg und Übungsdorf Bonnland im Fokus

Herbstein/Eiterfeld. Rund zwei Dutzend Mitglieder der Reservistenkameradschaften Lanzenhain und Eiterfeld starteten unter Leitung von Oberst der Reserve (d. R.) Willi Dechert zu einer militärhistorischen Exkursion nach Hammelburg. Ziele waren die Infanterieschule sowie der Truppenübungsplatz mit dem Übungsdorf Bonnland. In der Schule begrüßte der Kommandeur der Infanterieschule und General der Infanterie, Brigadegeneral Michael Matz, die Reservisten. Dies war unter anderem durch die guten Kontakte zwischen Oberst Dechert und General Matz möglich geworden.   

Dann informierte Brigadegeneral Matz in einem einstündigen Vortrag die Besuchergruppe über Auftrag, Struktur und Besonderheiten der Ausbildungseinrichtung. Die Infanterieschule ist schon seit Aufstellung der Bundeswehr 1956 die zentrale Ausbildungsstätte der Infanterie und mit derzeit 2500 Dienstposten die größte Schule des  Deutschen Heeres. Der Schule sind die Gebirgs- und Winterkampfschule in Mittenwald, die Luftlande-/Lufttransportschule in Altenstadt und der Ausbildungsstützpunkt „Spezialkräfte Heer“ in Calw  unterstellt.

Es werden Offiziere und Unteroffiziere der Infanterie des Heeres und der Luftwaffensicherungstruppe sowie Marineschutzkräfte ausgebildet. Die Schule unterhält internationale Partnerschaften wie beispielsweise mit der US United States Army Infantry School in Fort Benning Bundesstaat Georgia und weiteren Ausbildungseinrichtungen der französischen, niederländischen oder israelischen Streitkräfte.

Nach diesen ausführlichen Informationen gab es von Seiten der Reservisten eine kleine Überraschung für Brigadegeneral Matz, RK-Mitglied Lars Krüger überreichte ihm einen von ihm erstellten Bildband von allen Übungen des Jägerregiments 1 Schwarzenborn im Vogelsberg. Krüger ist seit mehreren Jahren Multiplikator der Truppe.

Im Anschluss fuhr die Gruppe auf den Truppenübungsplatz. Bereits auf der Fahrt nach Hammelburg hatte Reiseleiter Dechert im Bus über die wechselvolle Geschichte des Truppenübungsplatzes mit den Ortschaften Bonnland und Hundsfeld informiert, der 1895 vom bayerischen Kriegsministerium  für das 2. Armeekorps geschaffen wurde.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges, wurde aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages der Truppenübungsplatz aufgelöst.

1935 übernahm die Heeresverwaltung wieder den ehemaligen Truppenübungsplatz und nutzte diesen für den Aufbau weiterer Einheiten für die neue Wehrmacht. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er als Gefangenenlager und Lazarett genutzt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Hammelburg, bis zur Übernahme der Einrichtungen am 1. April 1956 durch die Bundeswehr, US-Garnison.

Eine Besonderheit auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg ist das ehemalige Dorf Bonnland, das als einzigartige Übungsanlage für den Orts- und Häuserkampf von der Bundeswehr und den alleierten Streitkräften sowie auch von Polizei, THW, Feuerwehr, DRK und weiteren Hilfsorganisationen zur Ausbildung genutzt wird.

Dieses Dorf hat eine sehr bewegte Geschichte. Bereits 1895 musste mit 430 Tagwerken nahezu die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche an das Militär abgegeben werden. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurden die Flächen nicht wieder zurückgegeben, sondern durften nur weiter genutzt werden. 1938 mussten Bonnland sowie Hundsfeld geräumt werden. Auch der Urenkel Friedrich von Schillers, Alexander von Gleichen-Rußwurm, musste mit seiner Frau, das am Rande des Dorfes liegende Schloss Greifenstein, das über 450 Jahre im Besitz seiner Familie gewesen war, räumen.

Ab dem Jahre 1945 fanden viele Flüchtlinge in der verlassenen Ortschaft eine vorübergehende neue Heimat. Am 1. April 1949 wurde Bonnland, das mittlerweile 550 Einwohner zählte, wieder eine politische Gemeinde.

Am 1. April 1956 kam es zu einer erneuten Absiedelung von Bonnland und Hundsfeld, und am 14. Januar 1965 verließen die letzten Einwohner von Bonnland das Dorf, das seitdem als Übungsdorf für den militärischen Häuserkampf genutzt wird.

Oberst Dechert wies vor der Begehung in einem Lehrsaal die Reservisten in die Ortschaft hin. Auf dem Hinweg war eine belgische Einheit beim Häuserkampf zu beobachten. Höhepunkt und Abschluss der Exkursion war dann, die Teilnahme an einer Unterweisung über die Benutzung von Farbmarkierungsmunition. Diese wird in einer Duellsituation mit den Originalwaffen eingesetzt und zeigt reale Treffer an, wodurch zum Beispiel eine realitätsnahe Verwundeten Versorgung geübt werden kann. Bei dieser Ausbildung müssen alle spezielle Schutzausrüstung tragen. In einem eigens dafür eingerichteten Übungshaus, in dem eine möblierte Wohnung mit Küche, Wohnzimmer usw. nachgebildet wurde, konnten die Reservisten von einem „Catwalk“, einem über den Räumen befindlichen Laufsteg, das Übungszenario (vorgehen in einem Haus) eines Kompaniechef-Lehrgangs verfolgen.

Letzter Programmpunkt war unter fachkundiger Führung der Besuch des Infanteriemuseums. Hier sind Uniformen, Waffen und Ausrüstungsgegenstände von der Armee des Kaiserreichs bis zur heutigen Bundeswehr ausgestellt.

Ende der Exkursion war ein gemeinsames Abendessen im Unteroffiziersheim Hammelburg.    

OStFw d. R.Dieter Graulich