Zwischen Mündungsfeuer und Wetterleuchten: Reservisten trainieren in Stadtallendorf

STADTALLENDORF (ol). Bei sommerlichen Temperaturen und unter wechselhaften Wetterbedingungen absolvierten Reservistinnen und Reservisten der Kreisgruppen Oberhessen und Osthessen ein zweitägiges Ausbildungssommerbiwak in Stadtallendorf. Im Mittelpunkt standen ein anspruchsvolles Nachtschießen mit dem G36, die Vorstellung des neuen Sturmgewehrs G95 sowie Ausbildungsstationen zu Sanitätsdienst, Karten- und Kompasskunde und Feldpostensicherung.

Bei Temperaturen um die 30 Grad versammelten sich am letzten Freitag im Mai zahlreiche Teilnehmende der Kreisgruppen Oberhessen und Osthessen. Bereits am späten Nachmittag warnte der Offizier vom Wachdienst (OVWa) der nahegelegenen  Herrenwaldkaserne und der dazugehörigen Schießanlage die Reservisten über ein möglicherweise am Abend aufziehendes Gewitter. „Ich bin als Artillerist gewohnt, dass es in der Nacht blitzt, dennoch war mein Blick nicht nur auf die Schießbahn sondern auch immer wieder in den Himmel gerichtet“, schmunzelt der Leitende der Veranstaltung, Oberstleutnant der Reserve (OTL d.R.) Klaus Merklinger. Später dann sollte der diensthabende Hauptfeldwebel der Division Schnelle Kräfte aus Stadtallendorf Recht behalten, heißt es in der Pressemitteilung der Pressemitteilung der Kreisgruppe Oberhessen (LK Hochtaunus, Wetterau, Gießen und Vogelsberg) des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.

Nach dem Eintreffen der Teilnehmenden wurden die Feldbetten im Nebengebäude der Standortschießanlage aufgestellt. Dies war schon eine der Vorsichtsmaßnahmen der Wettervorhersage. Unter Begleitung der beiden Feldwebel für Reservistenangelegenheiten aus Stadtallendorf und Schwarzenborn wurden Waffen und Munition aus der Herrenwaldkaserne abgeholt. Zeitgleich wurde der Schießstand für das geplante Nachtschießen – der Übungsteil des ersten Biwaktages – aufgebaut. Nach der Stärkung am Grill traten schießende Abteilung und Funktionspersonal zur Schießeinweisung durch OTL d.R. Merklinger an. Zuvor konnten sich die Reservisten über die neu eingeführte Ordonnanz-Waffe dem Sturmgewehr G 95 informieren.

Die aufgezogene rote Flagge am Zufahrtstor signalisierte dann am Abend „scharfer- Schießbetrieb“ und um Punkt 19.30 Uhr brach dann der erste Schuss im Stadtallendorfer Herrenwald. Das Nachtschießen ist eine besondere Form der Schießausbildung. Sie erfordert neben guten Sichtfähigkeiten bei abnehmender Helligkeit auch eine besonders sichere Handhabung der Waffe, in diesem Fall das G 36. Und so verlangte die hereinbrechende Nacht sowohl den Aufsichten bei den Schützen als auch den schießenden Reservisten allerhand ab. „Die 300 m Distanz sind schon bei Helligkeit eine Herausforderung, im Dunkeln musste ich mich schon sehr auf das Ziel konzentrieren“, erinnert sich einer der teilnehmenden Reservisten.

Simuliert wurde dann auch gefechtsnahes Schießen mittels sogenannter Vorfeldbeleuchtung jedoch aus der Steckdose. In Wirklichkeit fällt ein Leuchtkörper an einem kleinen Fallschirm zu Boden und erleuchtet den Zielabschnitt. „Auf der Schießanlage können wir keine Vorfeldbeleuchtung in die Luft schießen“, so Merklinger, „das simuliert uns hier eine Glühlampe die nach einiger Zeit wieder ausgeht.“ Und so hatten die Reservisten im sogenannten liegenden Anschlag ihre Mühe zunächst erstmal den dunklen Zielkreis des Visiers des G 36 und dann die Klappfallscheibe in 300 m Entfernung zu finden. War beides dann endlich gelungen, blieb nur ein sehr kurzes Zeitfenster bis zur absoluten Dunkelheit, ausgelöst durch den Zeittimer der Beleuchtung.
Gegen 22.15 Uhr endet das Schießen auf der Bahn Alpha I, etwa zehn Minuten später setzte dann Starkregen in Begleitung einer Gewitterfront ein- nass werden musste zu diesem Zeitpunkt aber niemand mehr.
Der nächste Ausbildungstag begann für die Biwak-Teilnehmenden mit feldmäßiger Körperpflege, denn Duschen gibt es an der Schießanlage leider nicht. Damit begann der zweite Tag so wie der erste endete: mit einer Duftmischung aus Sonnencreme und Insektenschutzspray.

Neben Stationsausbildung im Bereich Sanitätsdienst und militärischen Grundfertigkeiten wie Karte/ Kompass und Feldpostensicherung wurde am Samstag wieder mit Handwaffen geschossen. Dieses Mal machten sich die Reservisten mit dem Maschinengewehr MG 5 vertraut. Nachdem dann gegen Mittag die letzte Patrone verschossen war, endete das zweitägige Biwak mit einem gemeinsamen Essen, der Reinigung der Waffen und dem Abbau der Schießstände und der weiteren Ausbildungseinrichtungen.

In der aktuellen Ausrichtung nimmt die Reserve der Bundeswehr eine wichtige Rolle ein. Um so wichtiger ist es, dass die militärischen Grundfertigkeiten, zu denen auch der Waffengebrauch zählt regelmäßig geübt werden. In der Kreisgruppe Oberhessen besteht daher eine Jahres-Ausbildungsplanung. Einmal im Monat treffen sich aktive Reservisten zu unterschiedlichen Ausbildungsinhalten. Interessierte ehemalige und aktive Soldatinnen und Soldaten sind dabei herzlich willkommen. Die Kontaktaufnahme kann über die Kreisgruppe Oberhessen (gießen@reservistenverband.de) erfolgen.

Kreispokalschießen der KG Oberhessen

Sieger beim Kreispokalschießen der oberhessischen Reservisten war mit 669 Ringen die RK Rabenau (Stabsunteroffizier d. R. Dominik Dzengel, Oberstabsgefreiter d. R. Christoph Schäfer, Obergefreiter d. R. Jan-Friedrich Lenz und Jäger d. R. Matthias Jahn. Der Rabenauer Oberstabsgefreiter d. R. Björn Kreiling schoss der  Mannschaft „Gulasch“ mit  Hauptmann d. R. Oliver Psotta       (Kreisgruppe Oberhessen), Oberstabsfeldwebel d. R. Achim  Höll (Lautertal) und Stabsgefreitem d. R.  Ralf Rühl (Mittelhessen), sie belegten mit 651 Ringen Platz zwei. Dritter (648 Ringe) wurde die RK Wenings mit Obergefreitem d. R. Patrick Gockscha, Obergefreitem d. R. Michel Kaiser, Hauptgefreitem d. R. Martin Arnold und Oberstleutnant d. R. Jürgen Sträßle.

Beste  Einzelschützen: Obergefreiter d. R. Burkhard Jäger, RK Lich, 110 Ringe/Gewehr G 36, und Oberstabsfeldwebel d. R. Klaus Schutt, RK Lich, 96 Ringe/Pistole P 8. Bester Einzelschütze gesamt mit 195 Ringen war Gefreiter d. R. Sven Dillmann von Mohr (195). Bester Einzelschütze Ü 65 war Hauptgefreiter d. R. Wilfried Kaiser (RK Wenings).

20 Mannschaften mit jeweils vier Schützen oder Schützinnen, beteiligten sich an dem Wettkampf. Geschossen wurde mit dem Gewehr G 36 aus 250 Metern Entfernung auf eine Zehner-Ringscheibe. Nach fünf Probeschüssen kamen je fünf Schüsse liegend aufgelegt, stehend angestrichen und stehend freihändig abgegeben. Mit der Pistole wurden nach fünf Probeschüssen zehn Schuss stehendfreihändig aus 20 Metern Entfernung auf die Zehner-Ringscheibe abgegeben. Kreisvorsitzender Oberstabsfeldwebel d. R. Achim Höll, der die Leitung des Schießens hatte, sowie Stabsfeldebel d. R. Volker Heerdt, der für die Oberhessen zuständigen Feldwebel für Reservisten, dankten den Teilnehmern und Funktionern, die zum reibungslosen Ablauf des Schießens beigetragen hatten.

Bild: Siegerehrung mit den erfolgreichen Mannschaftsführern und Einzelschützen, links Kreisvorsitzender Oberstabsfeldwebel d. R. Achim Höll. Text und Bild: Schobert

Feld-Biwak der Reservistenkameradschaft (RK) Lauterbach/Wartenberg

Lauterbach (gs). Zum krönenden Abschluss des Feld-Biwaks der Reservistenkameradschaft (RK) Lauterbach/Wartenberg gab es Ehrungen langjähriger Mitglieder. Oberstabsfeldwebel der Reserve (d. R.) Achim Höll, Vorsitzender der Kreisgruppe Oberhessen im Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr, und RK-Vorsitzender Obergefreiter d. R. Holger Schwallack übergaben dem Oberstleutnant d. R. Werner Stoepler (Lauterbach) eine Urkunde und eine Anstecknadel für 50 Jahre Verbandzugehörigkeit. Der Obergefreite d. R. Bernd Baier (Herbstein) wurde für 30jährige Mitgliedschaft geehrt. Beide dankten ihnen für ihr Engagement in derReservistenarbeit in Lauterbach und Wartenberg.

Vier Tage lang waren die Reservisten in „Holgers Garten“ am Brennerwasser im Einsatz, bauten Zelteauf und errichteten einen Biwakplatz. Zu den Pflichtaufgaben bei dieser Wochenend-Übung gehört die Schieß- und Sicherheitsbelehrung für die Aktiven der Reservisten-Arbeitsgemeinschaft (RAG) Schießsport, die jedes Jahr durchgeführt werden muss. Hierfür waren Obergefreiter d. R. Oliver Dressel und Gefreiter d. R. Waldemar Schieler verantwortlich. Zum geselligen Teil der Veranstaltung, Grillen und Kaffeetrinken, waren auch die Partnerinnen der Reservisten in die Anlage am Brennerwasser gekommen.

Oberstabsfeldwebel d. R. Achim Höll (links) und RK-Vorsitzender Obergefreiter d. R. Holger Schwallack (rechts) ehrten Oberstleutnant d. R. Werner Stoepler (Zweiter von links) und Obergefreiten d. R. Bernd Baier für 50 beziehungsweise 30 Jahre Mitgliedschaft im Reservistenverband. Foto: Schobert

Neuer stellvertretender Kreisschießsportbeauftragter

In einer erweiterten Kreisvorstandssitzung  in Fernwald-Steinbach  ernannte Kreisvorsitzender Oberstabsfeldwebel der Reserve Achim Höll (links) den Hauptgefreiten der Reserve Arnd Gath zum neuen stellvertretenden Schießbeauftragten der Kreisgruppe Oberhessen. Dieser Schritt war erforderlich, weil  der seitherige Amtsinhaber, Hauptmann der Reserve Wolfgang Schneider,  aus Altersgründen ein wenig kürzer treten möchte. Wolfgang Schneider (Mitte) bekam für seinen unermüdlichen Einsatz und für herausragende Leistungen den Coin der Kreisgruppe Oberhessen. Er war acht Jahre lang  stellvertretender Kreis-Schießbeauftragter.

Jahreshauptversammlung RK Lautertal

Lautertal (gs). 29 Veranstaltungen der Reservistenkameradschaft (RK) Lautertal und in der Kreisgruppe Oberhessen im Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr standen vergangenes Jahr auf dem „Dienstplan“ der ehemaligen Soldaten. Das berichtete Vorsitzender Oberstabsfeldwebel der Reserve (d. R.) Achim Höll in der Jahreshauptversammlung im Gemeinschaftshaus von Engelrod. Achtmal gab es eigene Aktivitäten. Los ging es mit der Jahreshauptversammlung für 2023. Der sicherheitspolitische Abend mit Fregattenkapitän a. D. Prof. Frank Reinighaus über Drohnen stieß auf großes Interesse.  Nach dem Helferfest richtete die RK im Raum Seibelsdorf ihren ersten K-3-Marsch aus. Bei dieser Veranstaltung legten die 35 Teilnehmer und Teilnehmerinnen 15 Kilometer mit Gepäck zurück, das alles geschah zur Erinnerung an die am 2. April 2010  im „Karfreitags-Gefecht“ in Afghanistan gefallenen Bundeswehrsoldaten. Auf großes Interesse stieß auch das Kinder- und Jugendbiwak am Grillplatz in Engelrod. Bei dessen Besuch wurde Bürgermeister Lukas Becker Mitglied der Kameradschaft. Am 3. Oktober war die Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit. Am Volkstrauertag wurde ein Kranz niedergelegt.

Auf Kreisebene und bei Besuchen anderer Kameradschaften gab es Schießen, Informationen über Sicherheitspolitik und militärische Weiterbildung, so der Vorsitzende. 

Obergefreiter der Reserve Manfred Rühl wurde für 20 Jahre Mitgliedschaft im Reservistenverband geehrt.

Am 29. März, so berichtete der stellvertretende Vorsitzende Stabsunteroffizier d. R. Michael Greff, findet der K-3 Marsch (bundesweit ist es der 15.) mit Start und Ziel in Hopfmannsfeld statt. Los geht es um 8.30 Uhr, Reservisten und Soldaten marschieren mit 15 Kilogramm Gepäck 15 Kilometer, es gibt auch eine verkürzte Strecke über zehn Kilometer mit zehn Kilo Gepäck. Auf der Route solle auch Schönheit der oberhessischen Landschaft genossen werden, ein Eilmarsch sei nicht vorgesehen, so Greff. Für Verpflegung an Start und Ziel werde gesorgt. Die Veranstaltung solle gesellig ausklingen. Mitmachen könnten alle, also auchZivilisten. Anmeldung ist unter rklautertal@gmail.com bis zum 15. März erforderlich. 

Geplant sind am 26. Februar eine Informationsveranstaltung zum „Enkeltrick“, am 9. und 10. August das Kinder- und Jugendbiwak, am  3. Oktober die Gedenkfeier zum Tag der deutschen Einheit und am 16. November die Teilnahme am Lautertaler Gedenken zum Volkstrauertag.

Bild:
Vorsitzender Achim Höll (rechts) ehrte Manfred Rühl wurde für 20 Jahre Mitgliedschaft im Verband. 

Zweites Kinder-, Jugendbiwak der RK Lautertal in Engelrod

Engelrod (gs). Es hatte sich in Lautertal herumgesprochen, dass das Kinder-Biwak im Rahmen der Ferienspiele eine interessante und spannende Angelegenheit ist. Vergangenes Jahr waren die Teilnehmerzahlen recht niedrig, doch diesmal wollten 21 Jungen und Mädchen einen abwechslungsreichen Nachmittag, Nachtwanderung und Übernachtung in Zelten erleben. Dazu wurden nach ihrer Ankunft die Zelte aufgebaut und behaglich eingerichtet. Was man bei kleinen „Wehwehchen“ machen kann, wurde in einer Sanitätsausbildung erläutert, in der Praxis wurde diese durch das Anlegen von Verbänden geübt. Wie unterschiedlich die Wahrnehmungen bei Tag und Nacht sind gab es unter dem Punkt „Hören und Sehen bei Nacht“. Denn in der Dunkelheit muss man sich besonders anstrengen, um etwas zu sehen, auf der anderen Seite werden die Umweltgeräusche  besser wahrgenommen. Spannend war dann die Nachtwanderung, gemeinsam wurden die Mahlzeiten hergerichtet. Ein wenig Technik gab es auch, die Reservisten hatten einige Bundeswehr-Fahrzeuge aus ihren Privatbestand aufgefahren. Bürgermeister Lucas Becker ließ sich vor Ort an der Grillhüte in Engelrod über die Arbeit der Reservisten informieren und legte auch mal die schwere Schutzweste an. Das alles hat ihn dazu bewogen, als Mitglieder der Reservistenkameradschaft Lautertal beizutreten. Auch am Samstagmorgen war er wieder vor Ort, um gemeinsam mit den Kindern und den sie betreuenden Reservisten zu frühstücken. 

Die Teilnehmer des Biwaks 2024.
Ein Blick ins Zelt, in dem übernachtet wurde.
Bürgermeister Lukas Becker (rechts) ließ sich informieren und wurde danach spontan Verbands-Mitglied.

Den Kindern wurde viel Abwechslung geboten

Fotos: RK Lautertal

Gedenkveranstaltung der RK Lautertal zum Tag der deutschen Einheit

Engelrod (gs). Die Reservistenkameradschaft (RK) Lautertal zeigte auch diesmal wieder Flagge. Seit der Wiedervereinigung gedenken die ehemaligen Bundeswehrsoldaten im Ortsteil Engelrod am 3. Oktober dieses für Deutschland bedeutsamen Ereignisses. Mal größer, beim zeitgleichen „Tag der Reservisten“, mal mit Gästen von den Alpini aus Arco und der Associazione Arma Aeronautica Alto Garda (italienische Luftwaffen-Reservisten) und mal kleiner, wie in heuer mit Gästen befreundeter Kameradschaften aus Lauterbach/Wartenberg und Lanzenhain. Von der örtlichen Politik begrüßte RK-Vorsitzender Oberstabsfeldwebel der Reserve (d. R.) Ortsvorsteherin Sabine Kreis und Bürgermeister Lukas Becker. Der Gesangverein konnte aus personellen Gründen diesmal nicht auftreten.

Bürgermeister Becker, seit dem Ferien-Spiel-Biwak der RK, Förder-Mitglied im Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr, ging auf die Bedeutung von Einigkeit, Recht und Freiheit im Text der Nationalhymne ein. Diese Worte sollten bis ans Ende der Welt gelten, sagte er. Menschen hätten dafür gekämpft. Bundeswehr und Reservisten setzten sich gemeinsam für den Frieden ein.

Hauptfeldwebel d. R. Martin Kern ging auf das Grundgesetz und die Gründung der Bundesrepublik Deutschland vor 75 Jahren ein. Seit 1949 „lebten wir in einer Zeit, in der sich viele Mitbürger nicht für Politik interessierten“, denn die Sorgen galten der tägliche Mahlzeit oder einer intakten Wohnung. Es folgten der Aufschwung, das Wirtschaftswunder, die Rückkehr der letzten Kriegsgefangenen. Die Bundeswehr sei durch den Anschub der USA als Prellbock im kalten Krieg gegen den Osten gegründet worden. Er sprach von Höhen und Tiefen in den Ost-West-Beziehungen zwischen 1960 bis Ende der 1980er. Die Gefährlichkeit der Lage hätten viele Menschen gar nicht mitbekommen, und wenn, dann  erst als die Gefahr gebannt war. Er erwähnte den Zerfall der UdSSR mit den damit verbundenen Unsicherheiten. Im Westen sei man froh gewesen, als der vermeintlich einschätzbare pro-westlich orientierte Herr Putin aus dem Hause des KGB Präsident Boris Jelzin ablöste. „Die Fäden waren gesponnen und wurden durch Putin geschickt über Jahre hinweg zu festen Seilen gedreht. Vor deren Existenz wir heute plötzlich überrascht stehen und feststellen, die Knoten sind ohne Schwert nicht zu öffnen. Jetzt muss sich zeigen, ob die Schwerter aus weicher Bronze oder aus dem Stahl sind, den wir Putin zeigen müssen, indem wir dessen Opfer damit ausrüsten, sie bewehren, um sie in die Lage zu bringen, sich angemessen zu verteidigen und zu siegen“, sagte er mit Hinweis auf den Ukraine-Krieg. Gemäß der Konventionen für angegriffenen, überfallene Staaten stellte er die Frage, könnten oder dürften wir diejenigen sein, die durch Unterlassung den Wunsch eines Volkes nach Freiheit und Demokratie nicht nach Kräften nicht unterstützen.  Und das von einem Volk, das in seiner Hymne die Freiheit besinge, so Kern

Zu den Klängen der Nationalhymne wurden die Flaggen von Deutschland und Lautertal am Dorfgemeinschafthaus gehisst. Im Inneren gab es dann ein geselliges Beisammensein.

Die Reservisten und ihre Gäste bei der Flaggenparade am Dorfgemeinschaftshaus in Engelrod.
Die Flaggen von Deutschland und Lautertal wurden gehisst.

Foto: Gernot Schobert  

Reservisten Schotten beim Schießen erfolgreich

Schotten (gs). Florian Henrich von den Schottener Reservisten hat beim Gewehr-Landesschießwettkampf in den Zielfernrohrdisziplinen mit 95 Ringen den ersten Platz in der G-RZF1 Klasse 1  belegt. Martin Kluge (86) wurde Vierter, Mike Conradt (48) Zwölfter, Nick Conradt (28) kam auf Platz 15.  Henrich wurde mit 94 Ringen in der G-HZF1 Klasse 4 Dritter. Martin Kluge (92) Achter.

In der G-RZF1 Klasse 2 wurde Henrich mit 92 Ringen Fünfter, Martin Kluge (87) Siebter. Nicht ganz so gut lief es in der  G-RZF1 Klasse 3. Hier wurde Florian Henrich mit 98 Ringen 15., Nick Conradt mit 92 Ringen 27. Mike Conradt mit 88 Ringen 30. Die Schießklassen: G-RZF1 Klasse 1: Repetierer vor 1945. Das sind Repetier-Gewehre, die als Dienstwaffe in einer regulären Armee, bei der Polizei oder bei der Zollverwaltung bis 1945 eingeführt wurden. G-HZF1 Klasse 4: Zugelassen sind halbautomatische Gewehre, die aus einer Dienstwaffe entwickelt worden sind und in einer regulären Armee, bei der Polizei oder in der Zollverwaltung eingeführt wurden. G-RZF1 Klasse 2: Repetiergewehre ab 1945, die aus einer Dienstwaffe entwickelt wurden. Ausgenommen sind Gewehre mit einem Laufdurchmesser – außen, an der Mündung-  mit mehr als 22 Millimetern. G-RZF1 Klasse 3, offene Klasse für alle Repetier-Gewehre, die nicht in den Klassen 1 und 2 starten, sowie alle Scharfschützengewehre.

Die Schottener Reservisten, die am Landesschießwettkampf in den Zielfernrohrdisziplinen teilnahmen (von links): Nick Conradt, Mike Conradt, Florian Henrich und Martin Kluge. Bild:privat

50 Jahre RK Schotten

Schotten (gs). Volkswandertage mit über 1000 Teilnehmern, Unterstützung des „Tags der Luftwaffen“ auf dem „Bockzahl“, Donau-Waffen-Lauf, militärische Ausbildung, Biwak oder Winterkampf im Vogelsberg, aber auch geselliges Beisammensein – überwiegend im damaligen Vereinslokal Bing in Rudingshain:  Hauptfeldwebel der Reserve (d. R.) Stefan Kergl, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft (RK) Schotten, hatte anlässlich der 50-Jahr-Feier der Gruppierung im „Haus Sonnenberg“ einen „Museums-Tisch“ mit vielen Bildern, Presseberichten und anderen Dokumenten aus einem halben Jahrhundert Aktivitäten der Kameradschaft hergerichtet. Das waren viele Belege aus einer vielseitigen und interessanten Arbeit in dieser langen Zeit. „Es soll ein ruhiger und gemütlicher Abend werden“, hatte er bei der Zusammenkunft der ehemaligen Soldaten und ihren Partnersinnen angekündigt und damit vielen gleich die Angst vor langen Reden genommen.

Die RK wurde, damals noch als Orts-Kameradschaft (ROK), am 20. Oktober 1974 im „Hotel Adler“ gegründet. Der erste Stammtisch war sieben Tage später im Schützenhaus Schotten mit dem gestifteten RK-Wimpel. Im Schützenhaus trifft man sich, mit Unterbrechungen, noch bis heute. „Das zeigt die Verknüpfung mit der Schützengesellschaft Schotten“, sagte der Vorsitzende. Am 7. November wurde die ROK in den Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr aufgenommen und zu einer RK. Zum Vereinszweck führte er aus: „Die Mitglieder pflegen Kameradschaft im Sinne des Soldatengesetzes innerhalb und außerhalb ihres Verbandes“.

Zum Jahreswechsel 1974/1975 hatte die RK 30 Mitglieder (zwei Offiziere, vier Unteroffiziere und 24 Mannschafts-Dienstgrade der Reserve). 1978 waren es 150, 1979 schon 159 (45 aus der Großgemeinde Schotten, 43 aus Nidda, 14 aus Büdingen, elf aus Ortenberg, neun aus Altenstadt, sieben aus Hirzenhain, fünf aus Ranstadt, je vier aus Gedern und Glauburg, drei aus Ulrichstein und zwei aus Birst ein). Höchststand war einmal 162. Wegen der Gründung neuer Kameradschaften in der Umgebung sank die Mitgliederzahl auf 100 und bis 2006 auf 81, heute sind es 66. Kergl zog dann einen  Vergleich zur Bundeswehr: Die hatte zwischen 1974 bis Anfang der 90er Jahre zeitweise bis zu 495000 Soldaten , im Ernstfalle wären noch rund 1,3 Millionen Reservisten eingezogen worden. Heute sind es nach Aussetzen der Wehrpflicht noch rund 180.000 Soldaten. „Nachwuchs ist dementsprechend sehr schwer zu bekommen, wir freuen uns über jeden Interessierten. Unsere Gemeinschaft wird deswegen naturgemäß kleiner, aber so lange es engagierte Mitglieder gibt, wird es auch eine RK Schotten geben“, verkündete er. „Das Wichtigste sind also die Mitglieder, die sich zu einer Gemeinschaft zusammentun und dem Verein den Sinn geben“.

Gernot Schobert, Gründungs-Vorsitzender im Jahr 1974, gab sein Amt 1985 an Hans-Werner Böhm (Rudingshain) ab, dessen Nachfolger war Jürgen Schmidt für acht Jahre, Stefan Kergl leitet die Kameradschaft seit 2006 (bis 2027 gewählt, das sind dann 21 Jahre). „Wir suchen aber mit Nachdruck junge und motivierte Nachfolger“, fügte er an. Sein besonderer Dank galt Florian Henrich, langjähriger zweiter Vorsitzender, Leiter der Reservisten-Arbeitsgemeinschaft (RAG) Schießsport, sehr erfolgreicher Schütze mit Hessen- und Bundesmeister-Titeln. Gewürdigt wurde auch Martin Kluge, „langjähriges Vorstandsmitglied, Standbein der RK, auf das man sich immer verlassen kann“. Beide wurden für 20 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Zwei Jahrzehnte ist auch Stefan Kergl Mitglied, er erhielt vom Kreisvorsitzenden eine Urkunde. Geehrt für 25 Jahre Verbandszugehörigkeit wurde der langjährige Kassenwart Sascha Fleischer, für 30 Jahre Obergefreiter d. R. Edgar Hofmann und Hauptgefreiter d. R. Mathias Weber.

Stefan Kergl und Oberstabsfeldwebel d. R. Achim Höll, Vorsitzender der Kreisgruppe Oberhessen, nahmen besondere Ehrungen vor: Für 50 Jahre Mitgliedschaft im Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr e.V.:  Fähnrich der Reserve (d. R.) Gernot Schobert.  Er war Gründer der RK, stand ihr zehn Jahre vor, war viele Jahre Kassenwart und stellvertretender Vorsitzender in der Kreisgruppe Oberhessen, Schriftführer und Pressewart der Landesgruppe Hessen und ist heute noch Beauftragter  der Kreisgruppe für die Reservisten-Arbeitsgemeinschaft (RAG) internationalen Beziehungen mit Italien. Gefreiter d. R. Walter Lampe, ebenfalls Gründer der RK, 40 Jahre Kassenwart und viele Jahre Kassenwart der RAG. Oberfeldwebel d. R. Klaus Eckhardt, viele Jahre Leiter der Arbeitsgemeinschaft Schießsport und zweiter Vorsitzender der RK. Alle bekamen goldene Ehrennadeln und Urkunden. Alle drei wurden bereits vor Jahren mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet.

Sie feierten das 50-jährige Bestehen der RK Schotten
Ehrungen bei der RK Schotten (von links):  Obergefreiter d. R. Sascha Fleischer, Kreisvorsitzender Oberstabsfeldwebel d. R. Achim Höll, Gefreiter d .R. Walter Lamp, Obergefreiter d. R. Martin Kluge, Obergefreiter d. R. Florian Henrich, Hauptfeldwebel d. R. Stefan Kergl, Hauptgefreiter d. R. Mathias Weber, Fähnrich  d. R. Gernot Schobert, Oberfeldwebel d .R. Klaus Eckhardt und Obergefreiter d. R. Edgar Hofmann wurden für langjährige Mitgliedschaften geehrt.

Familientag der  Reservistenkameradschaft Lanzenhain am Veteranentag

Mit den Angehörigen wurde der 30. gefeiert

Herbstein-Lanzenhain. In Deutschland gibt es seit dem 25. April einen neuen Ehren-, Aktions- und Gedenktag. Der Bundestag beschloss damals mit fraktionsübergreifender Mehrheit für den 15. Juni alljährlich einen Tag der Würdigung und Wertschätzung des Einsatzes von Soldaten im Dienst für das Land. Einen solchen Ehrentag gibt es in nahezu allen anderen europäischen Ländern und der Welt.

Die Reservistenkameradschaft (RK)Lanzenhain nutzte diesen neuen Ehrentag, um auf ihr 30-jähriges Bestehen hinzuweisen. Die Mitglieder starteten in Heblos am Bauernhof zu einer gut dreistündigen Planwagenfahrt in Richtung Sickendorf und Allmenrod. Rast wurde zunächst an der Kapelle auf dem Heidberg gemacht. Die Heidbergkapelle ist ein geschichtliches und architektonisches Juwel im Vogelsberg.

Im Anschluss ging es in die Gaststätte nach Frischborn zum gemeinsamen Abendessen. Zuvor erhielt Oberstabsfeldwebel d. R. Dieter Graulich für 55-jährige Mitgliedschaft und Mitarbeit im Verband der Reservisten eine Ehrenurkunde vom RK-Vorsitzenden Panzerschütze d. R. Lars Krüger.

Die aktive und rührige RK unterhält gute Beziehungen nach Schwarzenborn zum Jägerbataillon 1. Auch an Veranstaltungen der Kreisgruppe Oberhessen, wie das jährliche Kreispokalschießen, sicherheitspolitische Veranstaltungen, sowie an zahlreichen Schulschießen beteiligen sich die RK-Mitglieder regelmäßig. Teilgenommen wurde auch an überregionale Veranstaltungen, so zum Beispiel dem Tag der Infanterie in Hammelburg beziehungsweise dem Tag der Bundeswehr. Bei Veranstaltungen befreundeter Reservistenkameradschaften wurde ebenfalls mit Abordnungen teilgenommen.  Hier ist die jährliche Veranstaltung der RK

Zwei Mitglieder gehören der Reservistenarbeitsgemeinschaft Sanitätsdienst (RAG SAN) der Kreisgruppe Oberhessen an. Auch international ist die RK Lanzenhain vertreten, so ist sie bei der Reservistenarbeitsgemeinschaft Inter-nationale Beziehungen und Zusammenarbeit (RAG IBZ)  aktiv.

Nach der Pandemie nahm das Vereinsleben wieder Fahrt auf. Es gab sicherheitspolitische Ausflüge zur Infanterieschule nach Hammelburg 2021, zum Transporthubschrauberregiment 30 in Niederstetten 2022, und im vergangene Jahr informierten man sich über die Aufgaben der Bundespolizeiabteilung in Hünfeld, mit anschließender Besichtigung von Point Alpha bei Rasdorf.

Des Weiteren veranstaltete die RK Vorträge zu aktuellen sicherheitspolitischen Themen mit hochkarätigen Referenten. So wurden die Einsätze der Bundeswehr in Afghanistan und Mali erörtert und die Aufgaben der EU und des Sonderstabes Ukraine der BW den interessierten Besuchern erläutert. Auch über die Übungen Rapid Pacific und Pitch Black berichtete ein Angehöriger der RK. Dieser ist aktiver Soldat bei der Luftwaffe und nahm mit seinem Geschwader an den Übungen teil die nach Australien und Japan führten.

Die RK Lanzenhain besteht derzeit aus 42 Mitgliedern.

Die Lanzenhainer Reservisten mit ihren Angehörigen vor der Heidbergkapelle.